| Notizen |
- Er war vor seiner Hochzeit kurze Zeit Kompagnon von Ferdinand-I Illitzstein beim Aufbau des Werkes Raggabach. Durch die Hochzeit mit Josefa Bozzini wurde er Schwager von Ferdinand-I Illitzstein. Er war durch seinen Vater Besitzer des Schlosses Trabuschgen. Das Schloss Trabuschgen erwarb Hans Adam Stampfer von Walchenberg 1692, der in der Fragant Kupfer schürfte. Das Schloss blieb bis zum Jahre 1804 im Besitz der Reichsgrafen Stampfer, wurde von Amadeus Stampfer an den Grafen Batthyani verkauft und ging von diesem auf das Konsortium Ehrfeld-Lax-Mully und 1813 auf Franz-I Mully über. Durch die Hochzeit der Tochter Theresia mit Leopold-III Wenger ging es in den Besitz der Wenger über. Dessen Sohn Leopld-IV hatte die Tochter Hildegard Wenger, die wiederum die Maria Wenger zur Tochter hatte. Maria Wenger war verheiratet mit Roland Strach. Schloss Trabuschgen ist seit 1989 im Besitz der Familie Strach.
Dass 1993 Max Goldt noch eine kleine Orgie im Schloss erlebte, sei nur am Rande bemerkt, der Text dennoch hierher kopiert:
"4.12.2001
Im Reiche des altdeutschen Walter
Auf der Fahrt von München nach Klagenfurt komme ich durch Mallnitz-Obervellach. Erinnerungen werden wach an das Kärntner Landesfestival im Sommer 1993, bei dem ich vor einer Almhütte vortrug. Tex Rubinowitz war da, auch Marita, die rumänische Prinzessin mit den harten Haaren, Hermes Phettberg sowie ein mir musikalisch leider gar nicht geläufiger österreichischer Rockstar namens Ronnie Urini. Ich war auf Schloß Trabuschgen untergebracht, in einem großen Saal voll knarrender Betten. Nach dem in Österreich üblichen Getrinke nahm ich die Prinzessin, Tex und Herrn Urini mit auf mein Zimmer, weil die nicht mehr wußten, wo sie wohnten. Dort fand ein in Österreich ebenfalls nicht unübliches Gekokse statt, worauf Tex und Prinzessin Marita, die übrigens einmal Schwammtaucherin in Malaysia gewesen sein will, sich entkleideten. Nachts um drei kam ein Hunger, den wir stillten, indem wir zu viert die Tür zur Schloßküche knackten und darin dicke Scheiben kalten Schweinebratens verzehrten. Das ist natürlich noch nichts Besonderes. Kaiserin Soraya hat in den Nächten ihres Lebens sicher noch weitaus fetzendere Episoden durchlebt. Unvergleichlich schien mir aber das Bild, das sich mir beim Erwachen bot: In einem kleinen hölzernen Kastenbett lag der Rockmusiker in vollständiger Ledermontur bäuchlings halbdiagonal über dem in eine weiße Tagesdecke eingewickelten muschelkalkweißen Prinzessinnenkörper. Die beiden müssen die ganze Nacht so gelegen haben.
Ronnie Urini hatte übrigens beim Zechen ein schwarzes Kopftuch getragen, welches ihm, soweit ich mich erinnere, im Rausch vom Kopf glitt. Darüber hinaus trug er, offenbar sehr lichtempfindlich, zwei Sonnenbrillen übereinander. Ohne diese abzunehmen, krabbelte der Musiker nun durch den nächtlichen Biergarten, um sein Tuch zu suchen, wobei eine in kleinem Kreis noch immer gängige Redensart entstand, die lautet: Mit zwei Sonnenbrillen auf der Nase im Dunkeln schwarze Tücher suchen will gelernt sein.
Im Klagenfurter Hotel reicht man mir ein Fax, auf welchem die Veranstalterin sich erbietet, mich durch das Geburtshaus von Robert Musil zu geleiten. Ich gehe aber lieber spazieren. Die ganze Stadt ist mit Max Goldt Plakaten zugepflastert, was immer ein ganz schlechtes Zeichen ist. Wo viele Plakate hängen, ist es nötig zu plakatieren, d.h., es wird keiner kommen.
Nur am Landhaus, dem Sitz des Kärntner Parlaments, klebt nichts, denn der darin altdeutsch waltende Jörg Haider, der duldet nur Volkstänze.
Die Veranstalterin holt mich vom Hotel ab und fragt, ob ich ihr Fax nicht erhalten habe mit der Einladung ins Musil-Haus. Oder sei ich zu erschöpft gewesen? Ich sage: Erschöpft nicht direkt, ich hatte bloß keine Lust. Im Auto zwei Minuten Schweigen, dem eine für eine Kulturpatriotin offenbar in zu wenig diplomatisches Seidenpapier eingewickelte Auskunft vorausgegangen war.
In den Veranstaltungsort, einen verwitterten Ballsaal, hat man extra hundert Stühle gekarrt. Das scheint mir übertrieben, und ich frage vorsichtig, ob man denn nicht wisse, daß Österreich, Wien vorsichtig ausgenommen, ziemlich resistent sei gegen die Lockdüfte meiner Person. Es kam zurück, daß man es in Klagenfurt überhaupt schwer habe mit solcher Kultur, denn Jörg Haider ... Jaja, vervollständige ich den Satz, der duldet nur Volkstänze. Man widerspricht mir nicht, und der Kreis derer, die anderes als Volkstänze dulden, erweist sich wie erwartet als überschaubar."
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